Erbschaftssteuerrecht


Keine Steuer ist politisch so umstritten wie die Erbschaftssteuer keine andere lässt sich aber auch so leicht umgehen: „Wir erwischen die Erbschaftssteuer bei den Dummen, von den Klugen nur die Hälfte und von einigen gar nichts! (Tagungsband 23 (2000) der Deutsche Steuerjuristische Gesellschaft, S. 168).


Das Erbschaftssteuerrecht betrifft jedoch nur Erbfälle, bei denen ein nicht geringes Vermögen übertragen wird, da es hohe persönliche Freibeträge gibt. Diese belaufen sich beispielsweise bei Ehe- und Lebenspartnern auf 500.000 €, bei Kindern auf 400.000 € und bei Enkeln auf 200.000 €. Versteuert werden muss nur ererbtes Vermögen, was darüber liegt.


Um die Steuerlast zu minimieren, ergeben sich die drei Gestaltungsschwerpunkte:


• Das Vermögen muss optimal strukturiert werden, um Steuerbefreiungen auszunützen, was insbesondere für das Familienheim und für Betriebsvermögen gilt.


• Die hohen Freibeträge können durch weggenommene Erbfolge unter Umständen mehrfach ausgeschöpft werden. Auch aus Gründen der Planungssicherheit ist dieser Gesichtspunkt von besonderer Bedeutung: Die Erbschaftsteuerreform 2009 steht politisch wie verfassungsrechtlich so stark in der Kritik, dass ihr Fortbestand ungewiss ist. In einigen Fällen kann es sich daher empfehlen, deren Vergünstigungen durch vorweggenommene Erbfolge jetzt noch auszunutzen.


• Bei der Testamentsgestaltung kann man Besteuerung vermeiden sowie Steuerbefreiungen und Freibeträge optimal nutzen. So ist beispielsweise das verbreitete Berliner Testament in vielen Fällen zwar die richtige Entscheidung, bei einer Vererbung von Vermögen oberhalb der Freibeträge kann es jedoch eine finanziell fatale Entscheidung sein.